Neues aus Oderland


Frankfurter Zoll kontrollierte 81 Baufirmen im ersten Halbjahr

Besuche des Zolls auf der Baustelle enden oft mit Ermittlungsverfahren und Bußgeldern. Mit Blick<br />auf das Ausmaß von Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei fordert die IG BAU noch mehr Kontrollen in<br />der Branche.
Besuche des Zolls auf der Baustelle enden oft mit Ermittlungsverfahren und Bußgeldern. Mit Blick
auf das Ausmaß von Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei fordert die IG BAU noch mehr Kontrollen in
der Branche.
21.11.2019
Schwarzen Schafen das Handwerk legen: Im Kampf gegen illegale Machenschaften
auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG BAU mehr Zoll-Kontrollen im Kreis Oder-
Spree. Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein
kleiner Teil der 239 Baufirmen im Landkreis ins Visier der Beamten, kritisiert Astrid
Gehrke.

Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Oderland verweist auf eine aktuelle Statistik der
Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des Hauptzollamts
Frankfurt (Oder) wurden demnach zwischen Januar und Juni 81 Bauunternehmen
kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 2,8 Millionen Euro
wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus einer Antwort
des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate
Müller-Gemmeke (Grüne) hervor.
„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei
einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafterin Gehrke. Leidtragende seien
nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende
Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger
anbieten als die Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll.
Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden
Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und
Lohn-Drückerei.“ Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und ein
einheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne
in der Branche, so die Gewerkschaft. Ihre Einhaltung wird ebenfalls vom Zoll
kontrolliert.
Nach Informationen der IG BAU stattete der Frankfurter Zoll im ersten Halbjahr
insgesamt 530 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und
Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der Kontrollen
um 4,5 Prozent zurück.

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